Randlos glücklich?
Mittwoch, 24.06.2009 –
Kategorie: Allgemein, Feldstudie, cp08
Autor: Prüfstellenleitung
Wer zehn Leute zum gesetzten Abendessen lädt, halst sich in der Regel ganz schön viel Arbeit auf: Aufwendige Tischdeko, geschmackvolles Geschirr, gemütliches Ambiente und natürlich ausgewählte Speisen - die Ansprüche steigen mit dem Alter…
Unsere WG stand nun vor der Herausfordung irgendwo Platz für zehn Leute zu finden ohne den ganzen Mob auf mehrere Räume verteilen zu müssen.
- Zugeständnis: Tischdeko werden gefüllte Gläser und wat aufm Tella!
- Not zur Tugend: Es gibt Salat, etwa fünf Liter Käsesuppe und Erdbeeren mit Mango und Kokosnuss, wer sich danach nicht mehr gerade auf dem Stuhl halten kann, landet sanfter, wenn er ohnehin schon auf dem Boden sitzt
- Platzfresser werden ausgehungert: Um so breiter der Tellerrand, um so besser kann man Lorbeerblätter, Fischgräten und sonstiges Gerümpel kunstvoll um die Speise drapieren. Auf unserer 2m mal 0,25m Tafel (zukünftiges Bücherregal meiner Mitbewohnerin) ist aber jeder Zentimeter kostbar und was auf den Teller kommt wird gegessen.

Halt doch mal den Rand!!!
Der Satz erinnert wohl die meisten rührseelig an geschwätzige Kindertage und birgt dabei eine große Weisheit zum Tellerrand, über den ich im Bezug auf ihn selbst bisher nicht hinausgeschaut hatte. Tatsächlich nützt er eigentlich nur zum halten des Tellers - zwei Haltestellen sollten daher doch mehr als genug sein. cp08 geizt und hat nur eine Ecke, ob und wie das dann noch zu halten ist und ob Linkshänder einmal mehr im Regen stehen, wird an anderer Stelle getestet. Heute geht es um gesetztes Essen.
Also, randlos glücklich?
Sowohl Bücherregal (in spe) als auch mein Teppich sind noch als solche zu erkennen - solange die Gäste keinen Tatterich haben, geht es also auch fleckenfrei ohne Rand. Die eckige Form spart reichlich Platz, bei 2h zwingt sie jedoch den wohlerzogenen Gast (wir spülen per Hand…) zum Schlürfen der letzten Löffelspitze; aber wer davor Hemmungen hat, glaubt sowieso noch an den Anstandsrest.

Danke an die Köchin. Wir suchen nach weiteren Vorwänden.
Welcher war es eigentlich diesmal??
Tags: Gemeinschaft, Lifestyle, Platzeffizienz
3 Vermerke zu “Randlos glücklich?”
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Juni 24th, 2009 at 14:38
Die Breite des Tellerrands als Indikator für Luxusversessenheit ist schön beobachtet. Gegenbeispiel: In gängigen Fernsehdinnern kommt keine Tischdeko ohne üppige und überflüssige Platzteller aus. Pfui.
Juni 24th, 2009 at 21:47
Der Anlass waren von den Gästen geleistete Umzugs- und Renovierungsarbeiten in unserer Wohnung. Also Jungs wenn ihr die Küchenarbeitsplatte ranschraubt (Anlass…), gibt es Nachschub in Punkto leckeres Essen!!
Juni 24th, 2009 at 23:12
Ups, na eben. Vielen Dank an alle! Jetzt müssen wir scheinbar selbst ran…